Babyglück - Das Wunder der Geburt

"Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel" - Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

Der Moment, wenn Ihr Baby zum ersten Mal an die Bauchdecke klopft und leise "Hallo Mama" flüstert - er wird Ihnen für immer in Erinnerung bleiben! Ob krabbeln, hüpfen oder drehen: Das eigene Kind für 40 Wochen spüren zu dürfen, ist eine Verbindung fürs Leben. Mit dem positiven Test beginnt für Sie eine Phase voller Neugier, Vorfreude und vielleicht auch ein wenig Ungeduld. Vor allem in den ersten Wochen dreht sich das komplette Leben einmal auf links und zurück. Wissenswerte Tipps und Tricks ermöglichen Ihnen dabei einen guten Start in die Schwangerschaft.

Ernährung mit einem Baby im Bauch

Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft kann manchmal kompliziert sein. Speziell zu Beginn ist werdenden Müttern sehr häufig schlecht. Natürlich ist es in dieser Lebensphase sehr wichtig, dass Sie sich gesund und ausgewogen ernähren. Wenn es Sie jedoch genau jetzt nach einem Stück Schokolade gelüstet, dann greifen Sie zu!

Eine Schwangerschaft erfordert eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Während das Vorurteil "Schwangere müssen für zwei essen" inzwischen wissenschaftlich widerlegt ist, sollte es bei den wertvollen Nährstoffen gerne eine Extraportion sein. Frisches Gemüse und Obst in Bio-Qualität, gesunder Fisch, Käse, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse dürfen Ihren Speiseplan prägen. Etwa 250 - 400 zusätzliche Kilokalorien (abhängig von Ihrer persönlichen Aktivität) benötigen werdende Mütter ab der 4. Schwangerschaftswoche. Um die Verdauung zu entlasten, sollten Sie große und deftige Mahlzeiten vermeiden und lieber kleine Portionen über den Tag verteilt zu sich nehmen. In den ersten 12 Wochen nehmen Schwangere im Schnitt 2 kg zu, später etwa 350 g pro Woche. Nachfolgend finden Sie zusätzlich eine Liste mit Vitaminen und Mineralstoffen, die den Schwangerschaftsverlauf gut unterstützen können. 

  • Folsäure für eine optimale Entwicklung des Nervensystems (u. a. enthalten in Spinat, Brokkoli, Linsen und Vollkorn)
  • Jod für die Schilddrüse und den Energiestoffwechsel (u. a. enthalten in Meeresfisch und jodiertem Salz)
  • Eisen für die Blutbildung und den Sauerstofftransport (u. a. enthalten in roter Beete, Nüssen, Hülsenfrüchten und Salat)
  • DHA/Omega-3 für die Gehirnentwicklung und Sehfunktion (u. a. enthalten in Meeresfisch, Walnüssen und Rapsöl)
  • Zink für den Stoffwechsel, das Immunsystem und die Haut (u. a. enthalten in Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern)
  • Calcium für die Knochen- und Skelettentwicklung (u. a. enthalten in Quark, Käse, Hafer, Hülsenfrüchten und Fisch)
  • Magnesium für den Knochenaufbau und das Wachstum (u. a. enthalten in Sprossen, Rosinen, Mandeln und Bananen)
  • Vitamin D für das Immunsystem und die Zellteilung (u. a. enthalten in Sonnenlicht von März bis Oktober)
  • Vitamin B12 für den Energiestoffwechsel und das Nervensystem (u. a. enthalten in Milchprodukten, Fleisch und Fisch)
  • Vitamin C für das Immunsystem und den Aufbau des Bindegewebes (u. a. enthalten in roter Paprika und Zitrusfrüchten)

SOS - Wissen über Schwangerschaftsbeschwerden

Aufgrund der körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft können verschiedene Beschwerden auftreten. Dazu gehören:

Symptome SOS - Tipps
Übelkeit B-Vitamine, Akupunktur, Akupressur, Geruch von Pfefferminzölen
Blähungen und Verstopfung Fenchel-Anis-Kümmel-Tee, Flohsamen, Bitterstoffe (z. B. in Löwenzahn oder Rucola)
Kopfschmerzen Schüßler-Salz Nr. 7, Schläfen-Massage mit Pfefferminzöl, Ruhe
Wassereinlagerungen/Krampfadern Stütz- oder Kompressionsstrümpfe, ausreichend Bewegung
Blasenentzündung spezieller Blasentee, Sanddorn, D-Mannose
Schlafstörungen Kamillentee, Schüßler-Schlafmischung, homöopathische Unterstützung oder Aromatherapie mit Lavendelöl
Sodbrennen Kartoffelpresssaft, Haferflocken, Reis, Vollkornnudeln oder gut gekautes Brot zur Säurebindung

Baby-Wissen

Zu Beginn der Schwangerschaft schlägt das Herz eines Babys unregelmäßig und beträgt etwa 120 Schläge pro Minute. Dies steigert sich bis zu 180 Schläge pro Minute, bevor es ab der 10. Schwangerschaftswoche langsam wieder abfällt.

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass sich der Geschmackssinn bereits im Mutterleib entwickelt. Das Ungeborene erkennt, wenn die Mutter etwas Bestimmtes isst, da sich dadurch die Geschmacksrichtung des Fruchtwassers verändert. Dabei bevorzugen Babys meist eine süßliche Geschmacksrichtung. 

Am Ende des 3. Schwangerschaftsmonats beginnt der Fötus die Atmung zu trainieren. Dabei kommt es vor, dass er Fruchtwasser schluckt. Weil das Zwerchfell noch nicht ausgereift ist, entwickelt sich häufig Schluckauf. Für die schwangere Mutter ist dies manchmal durch ein rhythmisches Hicksen im Bauch spürbar. Dieses Phänomen wird vereinzelt sogar im Ultraschall sichtbar.

Das Blut der Mutter und des Kindes wird durch die komplex aufgebaute Blut-Plazenta-Schranke voneinander getrennt. Unterschiedliche Blutgruppen sind deshalb durchaus möglich. Im Laufe der Schwangerschaft erhöht sich das mütterliche Blutvolumen um etwa 40 Prozent.

In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft bildet sich bei Ihrem Baby das sogenannte braune Fett (besonders im unteren Halsbereich, hinter dem Brustbein und in der Nierenregion). Dieses ist in den ersten Tagen nach der Geburt eine wichtige Energiequelle für das Kind. Richtig nahrhafte Muttermilch wird nämlich erst ab dem dritten Lebenstag gebildet.

Schwangerschaftshormone beeinflussen viele Parameter des weiblichen Körpers, auch die Ihrer Augen. Der Tränenfilm, der Ihre Hornhaut überzieht, hat in der Schwangerschaft eine veränderte Zusammensetzung. Symptomatisch sind daher Brennen oder Jucken der Augen, bis hin zu Sehkraftbeeinträchtigungen. Es ist also ratsam, eine Brillenanpassung auf die Zeit nach der Geburt zu verschieben. 

Schwangere nehmen bis zur Geburt durchschnittlich 10 bis 15 kg zu. Etwa 3500 g wiegt das Baby und je 1000 g die Gebärmutter und das Fruchtwasser. Brüste und Plazenta wachsen um jeweils 500 g. Außerdem erhöht sich das Blutvolumen und der Körper lagert vermehrt Wasser und Fettreserven ein. 

In Deutschland stehen berufstätigen Frauen insgesamt 14 Wochen Mutterschutz zu. Bei einer Zwillingsgeburt erhöht sich diese Zeit auf 18 Wochen.

Bereits im Mutterleib baut das Baby über Ihr Blut erste Antikörper gegen bestimmte Infektionskrankheiten auf. Dieser Schutz lässt im Laufe der ersten Lebenswochen langsam nach. Stillen ist die beste Immunstärkung fürs Baby gegen Infekte oder Erkrankungen wie Neurodermitis oder Asthma.