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Haarausfall durch Ozempic und Wegovy

Haarausfall durch Ozempic und Wegovy?

Ozempic und Wegovy enthalten den Wirkstoff Semaglutid. Während Ozempic zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen ist, wird Wegovy zur Gewichtsregulierung bei starkem Übergewicht eingesetzt. Eine neue Studie weist nun darauf hin, dass Medikamente aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten mit einem erhöhten Risiko für Haarausfall verbunden sein könnten.

Die Ergebnisse bedeuten jedoch nicht, dass Semaglutid den Haarausfall nachweislich direkt verursacht. Auch der Gewichtsverlust und Veränderungen bei der Nährstoffversorgung können eine Rolle spielen.

Was zeigt die neue Studie?

Die im Juli 2026 im Fachjournal „The BMJ“ veröffentlichte Beobachtungsstudie wertete Gesundheitsdaten von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes aus. Verglichen wurden Personen, die eine Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten begonnen hatten, mit Personen, die andere Diabetesmedikamente erhielten.

Bei den GLP-1-Rezeptoragonisten berücksichtigten die Forschenden unter anderem Semaglutid, den Wirkstoff von Ozempic und Wegovy. In der untersuchten Gruppe wurde nicht vernarbender Haarausfall häufiger ärztlich dokumentiert als bei einer Behandlung mit SGLT-2- oder DPP-4-Hemmern.

Je nach Vergleichsgruppe war das relative Risiko um 37 beziehungsweise 68 Prozent erhöht. Das absolute Risiko blieb laut den Forschenden dennoch niedrig. Die Studie belegt außerdem keine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung.

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Warum kann es während der Behandlung zu Haarausfall kommen?

Eine mögliche Erklärung ist das sogenannte telogene Effluvium. Dabei wechseln überdurchschnittlich viele Haare vorzeitig von der Wachstumsphase in die Ruhephase und fallen einige Wochen oder Monate später aus. Die Haarwurzeln werden dabei normalerweise nicht dauerhaft geschädigt.

Auslöser können körperliche Belastungen und deutliche Veränderungen des Stoffwechsels sein. Dazu zählt auch ein schneller oder starker Gewichtsverlust. Deshalb ist derzeit nicht abschließend geklärt, ob der Wirkstoff selbst oder die körperlichen Folgen der Gewichtsabnahme hinter dem beobachteten Zusammenhang stehen.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Durch die appetithemmende Wirkung von Semaglutid essen manche Patient deutlich weniger als zuvor. Übelkeit, Erbrechen oder andere Magen-Darm-Beschwerden können die Nahrungsaufnahme zusätzlich erschweren.

Eine zu geringe Versorgung mit Eiweiß, Eisen, Zink oder bestimmten Vitaminen kann sich auf das Haarwachstum auswirken. Nahrungsergänzungsmittel sollten trotzdem nicht ohne vorherige Abklärung eingenommen werden. Auch eine Überversorgung kann gesundheitliche Probleme verursachen.

Ist der Haarausfall dauerhaft?

In der Studie ging es überwiegend um nicht vernarbenden Haarausfall. Dabei bleiben die Haarwurzeln grundsätzlich erhalten, sodass sich das Haarwachstum wieder normalisieren kann. Wie lange der Haarausfall anhält, hängt von der jeweiligen Ursache ab.

Verlässliche Aussagen speziell zu Ozempic und Wegovy sind anhand der neuen Untersuchung noch nicht möglich. Dazu wären weitere Studien erforderlich, die einzelne Wirkstoffe, Dosierungen und Behandlungsgründe genauer unterscheiden.

Was sollten Betroffene tun?

Ozempic oder Wegovy sollten bei Haarausfall nicht eigenständig abgesetzt oder anders dosiert werden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer MEDICON Apotheke. Dabei kann geprüft werden, wie stark der Haarverlust ist und ob weitere Beschwerden vorliegen.

Auch andere Ursachen sollten berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise Schilddrüsenerkrankungen, hormonelle Veränderungen, Infekte, Stress sowie ein Eisen- oder Nährstoffmangel. Je nach Befund kann eine Blutuntersuchung oder eine dermatologische Abklärung sinnvoll sein.

Bei Fragen zur Anwendung oder zu möglichen Begleiterscheinungen beraten wir Sie gerne persönlich in einer MEDICON Apotheke in Ihrer Nähe. Ergänzende Produkte rund um Haarpflege und Nährstoffversorgung finden Sie auch in unserem MEDICON Online-Shop.

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FAQ - Häufige Fragen

Ist Haarausfall eine bestätigte Nebenwirkung von Ozempic und Wegovy?

Die neue Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen GLP-1-Rezeptoragonisten und einem erhöhten Risiko für nicht vernarbenden Haarausfall. Sie beweist jedoch nicht, dass Ozempic oder Wegovy den Haarausfall direkt verursachen.

Wie häufig kommt Haarausfall vor?

Das relative Risiko war in der Studie erhöht. Insgesamt trat ärztlich dokumentierter Haarausfall aber nur selten auf. Das absolute Risiko blieb niedrig.

Kann schneller Gewichtsverlust die Haare beeinflussen?

Ja. Ein deutlicher Gewichtsverlust kann den Haarzyklus vorübergehend stören und ein telogenes Effluvium auslösen. Der verstärkte Haarverlust zeigt sich häufig erst einige Wochen oder Monate später.

Sollte ich Ozempic oder Wegovy bei Haarausfall absetzen?

Setzen Sie verschriebene Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache ab. Lassen Sie zunächst prüfen, ob die Behandlung, der Gewichtsverlust, die Ernährung oder eine andere Erkrankung als Ursache infrage kommt.

Wachsen die Haare wieder nach?

Bei nicht vernarbendem Haarausfall können die Haare grundsätzlich wieder nachwachsen. Voraussetzung ist, dass der Auslöser erkannt und entsprechend behandelt oder ausgeglichen wird.

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