Sport und Gelenke: So bleiben Sie beweglich
Bewegung tut den Gelenken gut. Sie kräftigt die Muskulatur, erhält die Beweglichkeit und unterstützt die Stabilität des Bewegungsapparates. Entscheidend ist jedoch, die Belastung an die persönliche Fitness und mögliche Beschwerden anzupassen.
Wer lange keinen Sport gemacht hat, sollte behutsam beginnen. Das gilt ebenso nach Verletzungen, bei chronischen Gelenkerkrankungen oder wiederkehrenden Schmerzen. Regelmäßige, moderate Bewegung ist meist sinnvoller als seltene, besonders intensive Trainingseinheiten.
Warum Bewegung für die Gelenke wichtig ist
Gelenke sind auf Bewegung angewiesen. Durch den Wechsel von Belastung und Entlastung wird der Gelenkknorpel mit Nährstoffen aus der Gelenkflüssigkeit versorgt. Gleichzeitig stärkt regelmäßiges Training die Muskeln, die ein Gelenk führen, stabilisieren und vor Fehlbelastungen schützen.
Bewegungsmangel kann dagegen dazu führen, dass die Muskulatur schwächer wird und Gelenke weniger stabil geführt werden. Auch bei einer Arthrose ist vollständige Schonung in der Regel nicht sinnvoll. Gezielte Bewegung und angepasstes Krafttraining gehören zu den wichtigsten Maßnahmen, um die Funktion der Gelenke zu erhalten.
Welche Sportarten sind gelenkschonend?
Besonders geeignet sind gleichmäßige Bewegungsformen, bei denen nur geringe Stoßbelastungen auftreten. Dazu gehören beispielsweise:
- Radfahren
- Schwimmen und Wassergymnastik
- Walking und Nordic Walking
- Wandern auf geeigneten Wegen
- Gymnastik und angepasstes Krafttraining
Diese Sportarten fördern Ausdauer, Beweglichkeit und Muskelkraft, ohne die Gelenke bei jeder Bewegung stark zu belasten. Welche Aktivität geeignet ist, hängt jedoch immer vom betroffenen Gelenk, vom Trainingszustand und von bestehenden Erkrankungen ab. Walking und Radfahren gelten beispielsweise auch bei vielen Menschen mit Hüft- oder Kniearthrose als günstige Bewegungsformen.
Sportarten mit schnellen Richtungswechseln, abruptem Abbremsen, Sprüngen oder häufigem Körperkontakt beanspruchen die Gelenke stärker. Dazu zählen unter anderem Fußball, Handball oder intensives Tennis. Gesunde und trainierte Menschen müssen auf solche Sportarten nicht grundsätzlich verzichten. Wichtig sind eine gute Technik, eine ausreichend kräftige Muskulatur und eine Trainingsbelastung, die zum eigenen Leistungsstand passt.
Aufwärmen und Belastung richtig dosieren
Ein gründliches Aufwärmen bereitet Muskeln, Sehnen und Gelenke auf die bevorstehende Belastung vor. Sinnvoll sind fünf bis zehn Minuten lockere Bewegung, bevor Tempo, Widerstand oder Bewegungsumfang gesteigert werden. Bei Sportarten mit Sprüngen und schnellen Richtungswechseln können strukturierte Aufwärmprogramme das Verletzungsrisiko senken.
Auch die Steigerung des Trainings spielt eine wichtige Rolle. Wer zu schnell zu viel trainiert, erhöht das Risiko für Überlastungsbeschwerden. Warnzeichen sind beispielsweise Schmerzen, die während des Trainings deutlich zunehmen, Schwellungen, Bewegungseinschränkungen oder Beschwerden, die über mehrere Tage bestehen bleiben.
Leichter Muskelkater nach ungewohnter Belastung ist zunächst kein Grund zur Sorge. Stechende Gelenkschmerzen, Instabilität oder eine sichtbare Schwellung sollten dagegen ernst genommen werden.
Regeneration gehört zum Training
Muskeln, Sehnen und Gelenke benötigen Zeit, um sich an eine Belastung anzupassen. Trainingsfreie Tage oder Einheiten mit geringerer Intensität sind deshalb kein Rückschritt. Sie helfen dem Körper, sich zu erholen und Überlastungen zu vermeiden.
Ausreichender Schlaf, eine abwechslungsreiche Ernährung und genügend Flüssigkeit unterstützen die Regeneration. Nach einer besonders langen oder intensiven Belastung kann es außerdem sinnvoll sein, die beanspruchte Körperregion am Folgetag nur locker zu bewegen.
Sport bei Gelenkbeschwerden
Gelenkbeschwerden bedeuten nicht automatisch, dass Sport vermieden werden muss. Häufig lässt sich die Bewegung anpassen: kürzere Einheiten, weniger Widerstand, eine andere Sportart oder ein gezieltes Übungsprogramm können bereits einen deutlichen Unterschied machen.
Bei einer akuten Entzündung, einer frischen Verletzung oder deutlich geschwollenen Gelenken sollte das Training unterbrochen werden. Starke Schmerzen, eine ausgeprägte Bewegungseinschränkung oder Beschwerden nach einem Sturz sollten ärztlich abgeklärt werden.
Menschen mit Arthrose, rheumatischen Erkrankungen, künstlichen Gelenken oder länger bestehenden Beschwerden sollten ihre sportliche Belastung mit ihrer Ärztin, ihrem Arzt oder einer physiotherapeutischen Fachkraft abstimmen. Bei stark geschädigten Gelenken kann zu intensives Training ungeeignet sein.
Tipps für gelenkfreundliches Training
Beginnen Sie mit einer Belastung, die gut zu bewältigen ist
Starten Sie mit kurzen Einheiten und niedriger Intensität. Dauer, Tempo oder Widerstand sollten schrittweise erhöht werden. Steigern Sie möglichst nur einen dieser Faktoren auf einmal.
Trainieren Sie Kraft und Ausdauer
Ausdauertraining hält den gesamten Körper in Bewegung. Gezielte Kräftigungsübungen stabilisieren zusätzlich die Gelenke. Besonders wichtig sind die Muskeln rund um Knie, Hüfte, Schulter und Rücken.
Reagieren Sie auf Warnsignale
Ein leichtes Ziehen in der Muskulatur kann bei ungewohnten Übungen auftreten. Gelenkschmerzen, Schwellungen, Instabilität oder länger anhaltende Beschwerden sind dagegen ein Grund, die Belastung zu reduzieren und die Ursache abklären zu lassen.
Fazit
Regelmäßige Bewegung kann die Muskulatur stärken, die Gelenke stabilisieren und die Beweglichkeit erhalten. Gut geeignet sind gleichmäßige Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Walking. Das Training sollte zum eigenen Leistungsstand passen, langsam gesteigert und durch ausreichende Erholungsphasen ergänzt werden.
In Ihrer MEDICON Apotheke erhalten Sie hilfreiche Hinweise zu gelenkschonender Bewegung, Sportverletzungen und der passenden Unterstützung für beanspruchte Muskeln und Gelenke. Bei anhaltenden, starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich.
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FAQ - Häufige Fragen zu Sport und Gelenken
Welcher Sport ist besonders gelenkschonend?
Schwimmen, Wassergymnastik, Radfahren und Walking verursachen vergleichsweise geringe Stoßbelastungen. Auch gezieltes Krafttraining kann gelenkfreundlich sein, wenn die Übungen kontrolliert und technisch sauber ausgeführt werden.
Darf ich mit Gelenkschmerzen Sport treiben?
Das hängt von der Ursache und der Stärke der Beschwerden ab. Bei leichten, bereits bekannten Beschwerden kann angepasste Bewegung sinnvoll sein. Bei akuten oder zunehmenden Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen sollte das Training beendet und medizinischer Rat eingeholt werden.
Ist Joggen schlecht für die Gelenke?
Joggen ist für gesunde Gelenke nicht grundsätzlich schädlich. Trainingszustand, Lauftechnik, Körpergewicht, Untergrund und Schuhwerk beeinflussen die Belastung. Bei bestehenden Gelenkproblemen kann eine Sportart mit geringeren Stoßbelastungen besser geeignet sein.
Wie lange sollte ich mich vor dem Sport aufwärmen?
Für viele Sportarten sind fünf bis zehn Minuten lockere Bewegung ein guter Ausgangspunkt. Anschließend kann die Belastung schrittweise gesteigert werden. Vor intensiven Sportarten sollten zusätzlich sportartspezifische Bewegungen eingeplant werden.
Wann sollte ich Gelenkbeschwerden untersuchen lassen?
Eine ärztliche Abklärung ist ratsam, wenn ein Gelenk stark schmerzt, anschwillt, sich instabil anfühlt oder nicht mehr normal bewegt werden kann. Das gilt ebenso nach einem Unfall sowie bei Beschwerden, die wiederholt auftreten oder trotz Trainingspause nicht abklingen.