Eisen
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Eisen: Wirkung, Mangel, Ferritin, Lebensmittel und wann Präparate sinnvoll sind

Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Der Körper braucht es vor allem für die Bildung von Hämoglobin, also des roten Blutfarbstoffs, für den Sauerstofftransport, den Energiestoffwechsel und weitere zentrale Funktionen. Gleichzeitig ist Eisen ein Nährstoff, bei dem sowohl Unterversorgung als auch eine ungezielte zusätzliche Einnahme problematisch sein können.

Was ist Eisen?

Im menschlichen Körper ist Eisen das mengenmäßig wichtigste Spurenelement. Der größte Teil befindet sich im Hämoglobin der roten Blutkörperchen, weitere Speicher liegen unter anderem in Leber, Milz und Knochenmark. Eisen kommt außerdem in der Muskulatur vor und hat in freier Form auch ein toxisches Potenzial, weshalb der Körper die Aufnahme und Verteilung streng reguliert.

Wofür ist Eisen gut?

Eisen trägt laut den zugelassenen Aussagen unter anderem zur normalen Bildung roter Blutkörperchen und von Hämoglobin, zum normalen Sauerstofftransport, zu einem normalen Energiestoffwechsel, zur normalen kognitiven Funktion sowie zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Wichtig: Diese Aussagen beziehen sich auf die Erhaltung normaler Funktionen, nicht auf eine pauschale Leistungssteigerung.

Wie viel Eisen braucht man pro Tag?

Die DGE hat die Referenzwerte 2024 überarbeitet. Für menstruierende Mädchen, weibliche Jugendliche und Frauen empfiehlt sie 16 mg Eisen pro Tag, für postmenopausale Frauen 14 mg pro Tag. Für männliche Jugendliche, Männer und jüngere Frauen ohne Menstruation liegt die empfohlene Zufuhr bei 11 mg pro Tag. Schwangere haben mit 27 mg pro Tag den höchsten Referenzwert; nach der Geburt werden 16 mg pro Tag empfohlen.

Für die Einordnung im Alltag ist wichtig: Eine Zufuhr unterhalb des Referenzwerts bedeutet nicht automatisch einen Mangel. Langfristig steigt damit aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Versorgung nicht optimal ist.

Eisenmangel: Woran erkennt man ihn?

Eisenmangel ist laut DGE der häufigste Nährstoffmangel weltweit. Die Beschwerden sind oft unspezifisch und reichen von chronischer Müdigkeit, Kraft- und Antriebslosigkeit, Muskelschwäche und geringer Belastbarkeit bis zu Kurzatmigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Hautblässe. Gerade deshalb sollte hinter Müdigkeit nicht vorschnell nur Eisenmangel vermutet werden.

Wie kann es zu Eisenmangel kommen?

Ein Eisenmangel kann durch erhöhten Bedarf, zu geringe Zufuhr, verminderte Aufnahme oder Blutverluste entstehen. Die DGE nennt als typische Ursachen unter anderem Wachstum, Schwangerschaft, einseitige Ernährung, unzureichende Zufuhr absorptionsfördernder Nährstoffe, chronisch-entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie sowie Blutverluste, etwa durch starke Menstruation oder häufiges Blutspenden.

Zu den Risikogruppen für eine unzureichende Eisenversorgung zählen Säuglinge, Kinder und Jugendliche, prämenopausale Frauen, Schwangere, Leistungssportler:innen, häufige Blutspender:innen sowie Personen mit vegetarischer oder veganer Ernährung.

Was sagt Ferritin aus?

Ferritin ist ein wichtiger Laborwert für die Eisenspeicher. Die DGE beschreibt die Ferritinkonzentration im Serum als Parameter für den Speicherstatus. Für die Beurteilung der Eisenversorgung reicht Ferritin allein aber nicht immer aus, weil einzelne Marker durch Entzündungen, Schwankungen und andere Faktoren beeinflusst werden können. Deshalb sollte der Eisenstatus idealerweise mit mehreren Parametern zusammen beurteilt werden, etwa Ferritin, Transferrinsättigung, löslichem Transferrinrezeptor, Serumeisen und bei Verdacht auf Anämie auch Hämoglobin.

Ein niedriger Ferritinwert kann auf leere Eisenspeicher hinweisen, die genaue Bewertung gehört aber in den medizinischen Gesamtkontext und nicht an einen einzelnen Laborwert allein. Diese Aussage ist eine direkte Schlussfolgerung aus der DGE-Empfehlung, mehrere Marker gemeinsam zu betrachten.

Lebensmittel mit viel Eisen

Welche Lebensmittel enthalten viel Eisen?

Natürlicherweise viel Eisen enthalten laut DGE vor allem Innereien wie Leber und Niere sowie Bitterschokolade. Gute Eisenlieferanten sind außerdem Haferflocken, Vollkornbrot, Sonnenblumenkerne, Pfifferlinge, grünes Blattgemüse wie Spinat und Feldsalat, Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen und Kidneybohnen sowie rotes Fleisch und daraus hergestellte Wurstwaren.

Die DGE zeigt außerdem beispielhaft, dass sich selbst ein Referenzwert von 16 mg pro Tag auch mit veganer, ovo-lacto-vegetarischer oder gemischter Kost erreichen lässt. Entscheidend ist also weniger ein einzelnes „Eisen-Superfood“ als eine kluge Kombination im Alltag.

Tierisches und pflanzliches Eisen: Was ist der Unterschied?

Eisen aus Lebensmitteln kommt als Hämeisen oder Nicht-Hämeisen vor. Hämeisen steckt vor allem in Fleisch und Fisch und ist grundsätzlich besser bioverfügbar. Nicht-Hämeisen stammt überwiegend aus pflanzlichen Lebensmitteln und wird schlechter aufgenommen. Trotzdem ist eine hohe Fleischzufuhr laut DGE nicht empfehlenswert; auch pflanzliche Ernährung kann bei guter Planung zu einer ausreichenden Eisenzufuhr führen.

Wie verbessert man die Eisenaufnahme?

Für die Eisenaufnahme ist nicht nur die Menge entscheidend, sondern auch die Kombination der Lebensmittel. Die DGE empfiehlt, vitamin-C-reiche Lebensmittel wie Paprika, Brokkoli, Zitrusfrüchte, schwarze Johannisbeeren, Kartoffeln oder Kohl zu eisenhaltigen Mahlzeiten zu essen, weil Vitamin C die Aufnahme von Nicht-Hämeisen fördern kann.

Kaffee, schwarzer Tee und auch Rotwein können die Eisenabsorption hemmen. Deshalb empfiehlt die DGE, diese Getränke nicht direkt zu oder unmittelbar vor oder nach eisenreichen Mahlzeiten zu trinken. Auch Phytate aus Vollkorn und Hülsenfrüchten können die Aufnahme bremsen; Einweichen, Mahlen oder Fermentieren kann diesen Effekt verringern.

Sind Eisenpräparate sinnvoll?

Eisenpräparate können sinnvoll sein, wenn eine Unterversorgung oder ein Mangel festgestellt wurde. Eine generelle Einnahme „auf Verdacht“ wird von der DGE ausdrücklich nicht empfohlen. Sie rät dazu, Eisen nur nach Feststellung einer Unterversorgung und unter ärztlicher oder fachlicher Begleitung zu supplementieren.

Auch die Verbraucherzentrale rät davon ab, eisenhaltige Nahrungsergänzungsmittel rein vorsorglich zu verwenden. Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 6 mg Eisen pro Tagesverzehrempfehlung. Zusätzlich sollte laut BfR auf eisenhaltigen Produkten ein Warnhinweis stehen, dass Männer, postmenopausale Frauen und Schwangere Eisen nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen sollten.

Können Eisenpräparate Nebenwirkungen haben?

Ja. Bei höher dosierten Präparaten kann es zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall kommen. Die Verbraucherzentrale nennt außerdem Verstopfung und eine Dunkelfärbung des Stuhls als mögliche Folgen einer zu hohen Eisenaufnahme aus Nahrungsergänzungsmitteln.

Eisenpräparate sind kein klassisches Wellness-Supplement, sondern eher ein Produkt für den gezielten Einsatz bei festgestelltem Bedarf.

Kann man über Lebensmittel zu viel Eisen aufnehmen?

Bei gesunden Menschen mit intakter Darmfunktion ist das Risiko einer Eisenüberladung durch normale Lebensmittel laut DGE gering, weil der Körper die Eisenhomöostase reguliert. Anders sieht es bei zusätzlichen Eisenquellen wie angereicherten Lebensmitteln oder Supplementen aus, die die Zufuhr deutlich erhöhen können. Besonders bei Personen mit Hämochromatose oder bestimmten anderen Erkrankungen kann eine Überversorgung gesundheitlich problematisch werden.

Häufige Fragen zu Eisen

Kann Eisenmangel müde machen?

Ja. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, geringe Belastbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten gehören zu den typischen, wenn auch unspezifischen Anzeichen eines Eisenmangels. Gleichzeitig gilt: Diese Beschwerden können viele Ursachen haben.

Was bedeutet ein niedriger Ferritinwert?

Ferritin ist ein Marker für die Eisenspeicher. Ein niedriger Wert kann auf eine leere oder verringerte Eisenspeicherung hinweisen, sollte aber nicht isoliert beurteilt werden. Die DGE empfiehlt die Bewertung mehrerer Laborparameter zusammen.

Welche Lebensmittel sind gute Eisenquellen?

Gute Quellen sind unter anderem Haferflocken, Vollkornbrot, Linsen, Bohnen, Sonnenblumenkerne, grünes Blattgemüse, Pfifferlinge, rotes Fleisch und Innereien.

Warum sollte man Eisen mit Vitamin C kombinieren?

Vitamin C kann die Aufnahme von Nicht-Hämeisen aus pflanzlichen Lebensmitteln verbessern. Deshalb sind Kombinationen wie Linsen mit Paprika oder Vollkornprodukte mit Obst oder Gemüse sinnvoll.

Hemmen Kaffee und Tee die Eisenaufnahme?

Ja. Laut DGE können Polyphenole aus schwarzem Tee, Kaffee und Rotwein die Eisenabsorption hemmen. Diese Getränke sollten daher nicht direkt rund um eisenreiche Mahlzeiten getrunken werden.

Sollte man Eisenpräparate einfach vorsorglich einnehmen?

Nein. DGE, Verbraucherzentrale und BfR raten zu einer gezielten statt vorsorglichen Einnahme. Eisen sollte am besten nur bei festgestelltem Mangel oder klarer Unterversorgung und mit fachlicher Begleitung supplementiert werden.

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), „Ausgewählte Fragen und Antworten zu Eisen“; Verbraucherzentrale, „Eisen: Qualität nicht Quantität ist die Frage“; Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), „Höchstmengenvorschläge für Eisen in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln“.

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