Kanja Oung PKA am Hefnersplatz

Klasse! PKA mit Baby und Plattenvertrag

05.09.16

PKA Kannzldia „Kanja“ Klan lebte ihren Beruf und ihre Leidenschaft in der MEDICON Apotheke im Soldan Haus in Nürnberg. Doch dann änderte sich schlagartig ihr ganzes Leben: Klan wurde unerwartet schwanger. Die glückliche Mutter gewöhnt sich derzeit noch an die Umstellung. Mit Mann, Schwiegermutter und Sohn Elias fährt Klan dennoch in der kommenden Woche zum Vocalcoaching von „Revoice of Pharmacy“ nach Berlin. „Auch auf die Gefahr hin, dass ich die ganze Sache eventuell abbrechen muss, weil der Kleine schreit“, so Klan.

In der Apotheke war Klan als dienstälteste PKA die „oberste Hand“ von Inhaberin Ursula Bender. „Wir PKAs sind in unserer Apotheke die Alleskönner. Ich weiß, das ist in anderen Apotheken anders. Meist fragt man uns zuerst, wenn ein Apotheker nicht weiterweiß. Zusammen sind wir fünf PKAs“, sagt Klan. Ihre Chefin habe sie aus diesem Grund auch „verflucht“, als sie erfuhr, dass Klan schwanger wurde, sagt die 29-Jährige scherzhaft. „Ich hätte auch gern noch zwei, drei Jahre mit dem Kind gewartet, aber Geld ist nicht alles, Arbeit ist nicht alles.“

Sie arbeitete seit 2010 sehr glücklich dort. „Mir macht eigentlich alles Spaß an meinem Job, vom Organisieren bis hin zum Category Management. Wir sind eine sehr riesige Apotheke mit vielen Aufgaben“, so Klan. Die PKA haben ihr eigenes Büro im ersten Stock, während im Erdgeschoss die Offizin und die anderen Räumlichkeiten befinden. In einem Jahr möchte die Assistentin übrigens wieder zurück zur Arbeit. Um das Baby wird sich dann Klans Mutter kümmern. „Das hoffe ich zumindest. So sparen wir uns auch das Geld für die Krippe“, sagt die frisch gewordene Mutter.

Für Klan war es wegen des Babys schwierig, die Lieder für das Vocalcoaching einzuüben. „Freilich, ich singe für ihn, wenn ich ihn in meinem Arm halte. Dem Kleinen hilft‘s, er schläft meistens ein. Aber das Aufnehmen der Songs war sehr schwer“, sagt Klan. Sie singt am liebsten Balladen. Die PKA freut sich auf jeden Fall auf Berlin und die anderen Finalistinnen von „Revoice of Pharmacy“, auch wenn sich die Ereignisse momentan überschlagen.

Mit sieben Jahren hat Klan ihre Musikausbildung begonnen. „Ich singe ja schon seit Langem. Singen ist ja auch gut für die Seele. Ich hatte Unterricht bei einem Opernsänger, eine klassische Gesangsausbildung und war mit 15 Jahren auch im Chor“, sagt sie. Als Klan 16 Jahre alt war, erhielt sie sogar vom Label Sony Music einen Plattenvertrag. „Leider kamen die gar nicht mehr auf mich zu, obwohl sie mir drei Aufnahmen versprochen haben“, so Klan. Zur gleichen Zeit hatte ihr damaliger Musiklehrer seine Gesangsschule geschlossen. Ab dem Zeitpunkt lag das Hobby ein wenig brach.

Auf einer Weihnachtsfeier der Apotheke entdeckte Inhaberin Bender das musikalische Talent: „Meine Chefin hat irgendwie mitgekriegt, dass ich singe und mich 'gezwungen', etwas zu singen. Das war alles recht spontan“, sagt Klan. Mit dem Wissen hat eine Arbeitskollegin ihr den Link zum Contest „Revoice of Pharmacy“ geschickt. „Nee, das mache ich nicht“, antwortete Klan zunächst. Dann ließ sich die PKA doch überreden – mit dem Satz: „Ihr könnt aber vergessen, dass ich dort gewinne.“

Klans Eltern flohen vor mehr als 20 Jahren aus Kambodscha vor dem Bürgerkrieg. „Mein Vater war ein Kriegsarzt, meine Mutter eine Kriegskrankenschwester“, sagt Klan. Sie hat drei Geschwister, eine Schwester ist auch PKA. „Meine Familie ist nicht streng gläubig, wir wurden auch nicht so erzogen, aber wir sind Buddhisten“, sagt Klan. Deshalb glaubt sie, dass alles wiederkommt. Für das Vocalcoaching hat sie den Song „Angel“ von Sarah McLachlan einstudiert. „Ich verbinde mit dem Lied sehr viel. Jemand aus meiner Familie ist vor einiger Zeit verstorben. Das verbinde ich damit. Ich glaube auch, dass es kein Zufall ist, dass ich ausgerechnet jetzt mein Kind bekommen habe. Alles kommt zurück“, sagt Klan.

Den Artikel im Original finden Sie hier: apotheke adhoc